Highlights
Palazzo Madama
Römisches Tor, mittelalterliche Burg und Juvarras barocke Fassade in einem einzigen Gebäude.
Palazzo Reale und Sindone
UNESCO-Königsresidenz der Savoyer mit Guarinis Kapelle der Sacra Sindone.
Teatro Regio
Königliches Theater von 1740 mit Blick auf den Platz, Austragungsort internationaler Opernsaisons.
Nullpunkt Turins
39.000 m² Arkaden und das geografische Zentrum, von dem aus alle Entfernungen der Stadt gemessen werden.
Im Zentrum erhebt sich der Palazzo Madama, die alte mittelalterliche Burg, die im 18. Jahrhundert von Filippo Juvarra umgewandelt wurde. An der Nordseite öffnet sich der Eingang zum Komplex des Palazzo Reale, der ehemaligen offiziellen Savoyer Residenz. Der Platz ist auch der Konvergenzpunkt der wichtigsten historischen Verkehrsadern der Stadt: Die Via Po, die Via Roma und die Via Pietro Micca beginnen oder enden alle hier.
Verwandte Erlebnisse
Palazzo Madama: die Burg im Herzen des Platzes
Der Palazzo Madama dominiert das geometrische Zentrum der Piazza Castello mit einer einzigartigen szenografischen Präsenz. Seine geschichtete Geschichte erzählt von Jahrtausenden der Verwandlungen: vom alten Römertor der Stadt zu den mittelalterlichen Türmen der Savoyer Burg bis hin zur prächtigen barocken Fassade von Filippo Juvarra, die zwischen 1718 und 1721 errichtet wurde und als eines der absoluten Meisterwerke der piemontesischen Architektur gilt. Das Gebäude verdankt seinen Namen den beiden Königinmüttern, die hier wohnten: Cristina di Francia und Maria Giovanna Battista von Savoyen-Nemours.
Heute beherbergt der Palazzo Madama das Museo Civico d'Arte Antica, mit Sammlungen, die von der mittelalterlichen Kunst bis zur Renaissance, von Keramiken bis zu historischen Einrichtungen reichen, einschließlich Meisterwerken wie dem berühmten Bildnis eines Mannes von Antonello da Messina. Das Innere des Gebäudes ist ebenso spektakulär: Juvarras Treppe, mit ihrer geometrischen Eleganz, ist eine der schönsten Europas.
Palazzo Reale und die Cappella della Sindone
An der Nordseite der Piazza Castello, jenseits des monumentalen Tores, das von Statuen der Dioskuren bewacht wird, liegt der Eingang zum Komplex des Palazzo Reale, der offiziellen Savoyer Residenz von 1646 bis zur italienischen Einigung. Die Königlichen Appartements, reich mit Fresken, Wandteppichen und zeitgenössischem Mobiliar verziert, beherbergen eine der kostbarsten Sammlungen historischer Einrichtungen Italiens. Der Palast gehört zum UNESCO-Welterbe der Königlichen Residenzen der Savoyer, das 1997 anerkannt wurde.
Neben dem Palast steht die Cappella della Santa Sindone, vom visionären Genius Guarino Guarinis zwischen 1668 und 1694 entworfen. Die radiale Kuppel, mit einer revolutionären Konstruktionstechnik errichtet, ist eines der höchsten Beispiele der Welt-Barockarchitektur. Die Kapelle, die die Sacra Sindone beherbergte, bevor sie in den Dom verlegt wurde, ist nach der Restaurierung infolge des Brandes von 1997 wieder zu besichtigen.
Die Arkaden, Theater und das Leben des Platzes
Die Arkaden der Piazza Castello sind nicht einfach architektonische Elemente: Sie sind das Symbol des Turiner Lebensstils, ein überdachter Raum, in dem man unabhängig vom Wetter spazieren, einkaufen und auf einen Kaffee anhalten kann. Unter diesen Arkaden befinden sich einige der wichtigsten Kulturstätten der Stadt, beginnend mit dem Teatro Regio, dem Tempel der Turiner Oper, dessen Fassade direkt auf den Platz blickt. Das Teatro Regio, 1740 eingeweiht und nach einem Brand 1973 wiederaufgebaut, beherbergt jedes Jahr internationale Opern- und Ballettsaisons.
Unter den Arkaden befindet sich auch das Teatro Gobetti, Sitz der Sprechtheater-Produktionen des Teatro Stabile di Torino, und es öffnen sich die eleganten Schaufenster historischer Geschäfte und Buchhandlungen. Der Platz ist auch der ideale Ausgangspunkt zur Erkundung des historischen Zentrums: Die Via Po führt zur Piazza Vittorio Veneto und zum Po, die Via Roma durchquert das kommerzielle Herz der Stadt bis zur Piazza San Carlo, während die Via Pietro Micca zur Piazza Solferino führt.
Wussten Sie schon? Der Nullpunkt Turins
Die Piazza Castello ist nicht nur das symbolische Zentrum Turins, sondern buchstäblich ihr geografischer Nullpunkt: Von hier aus werden alle Entfernungen der Stadt gemessen. Der Platz wurde im 16. Jahrhundert in seiner heutigen Form als Teil des von den Savoyern geförderten Generalplans entworfen, um Turin in eine Hauptstadt zu verwandeln, die einem großen europäischen Hof würdig sei. Der Überlieferung nach war Ascanio Vittozzi der erste Architekt, der dem Platz um 1584 eine einheitliche Anlage gab und die Grundlagen für das schuf, was zu einem der erfolgreichsten Beispiele barocker Stadtplanung Europas werden sollte.
Eine weitere überraschende Tatsache: Mit über 39.000 Quadratmetern ist die Piazza Castello einer der größten von Arkaden umschlossenen Plätze Europas. Jedes Jahr wird dieser außergewöhnliche Raum zur Bühne für Veranstaltungen von nationaler und internationaler Bedeutung.